November/Dezember 1944
In den letzten Monaten des zweiten Weltkrieges wurden fast alle Häuser in Lindern zerstört oder beschädigt, so auch die Hofgebäude Claßen, Hauptstraße 15 (Heute: Ecke Brachelener Straße / Stiftsgasse). Bei der Rückkehr nach Kriegsende findet Frau Elisabeth Claßen ein sehr stark beschädigtes Elternhaus vor. In der „guten Stube“ ist einzig ein Bild der heiligen Theresia, ein Geschenk ihres geistlichen Bruders, unversehrt geblieben. Für Frau Claßen ein Zeichen der Fügung und ein Vermächtnis.
April 1952
In den Jahren nach Kriegsende steht das Haus Claßen u. a. als Jugend-, Veranstaltungs- und Begegnungsstätte, wie auch als Pfarrbücherei zur Verfügung. Im April 1952 vermacht Frau Claßen, als letzte Erbin, das gesamte Anwesen der katholischen Kirchengemeinde, mit der Auflage, hier ein „Caritashaus“ mit dem Namen „St. Theresia-Heim“ einzurichten. Dieses Haus sollte u. a. als Jugendheim und Kindergarten dienen.
1962 - 1964
Im Zuge der Erweiterung der Pfarrkirche wurden auch die Testamentsauflagen von Frau Claßen in Angriff genommen. Da ein entsprechender Umbau des Hauses Claßen nicht möglich war, stellte der damalige Pfarrer den Pfarrgarten für einen Neubau eines Pfarrheims und eines Ein-Gruppen Kindergartens zur Verfügung. Der Kindergarten konnte am Ostermontag 1964 eingeweiht werden. Das Hofgebäude Claßen wurde abgebrochen und das gesamte Anwesen der Gemeinde Lindern auf Zeit zur Anlage eines Kinderspielplatzes und einer Minigolfanlage verpachtet.
1995 - 1997
Die gestiegene Einwohnerzahl des Ortes und die gesetzliche Vorgabe eines Kindergartenplatzes schon ab drei Jahren hatten zur Folge, dass die Zahl der Plätze im eingruppigen Kindergarten schon lange nicht mehr ausreichte. Da der Ausbau des vorhandenen Kindergartengebäudes nicht möglich war, wurde der Neubau einer Zweigruppen-KiTa geplant, genehmigt und begonnen. Als Gelände in erforderlicher Größe standen hierfür die Flächen des früheren Anwesens Claßen und des Pfarrhauses, das im Jahr 1984 abgerissen wurde, zur Verfügung.
Nach nur einem Jahr Bauzeit wurde am 9. November 1997 die neue zweigruppige KiTa durch den Ortspfarrer eingeweiht. Das Gebäude selbst steht ausschließlich auf „Hof Claßen“ und hat damit seine Existenz an diesem Standort der „Theresienstiftung“ von Frau Claßen zu verdanken.
2010
Im Zuge der Betreuung von Kindern unter drei Jahren wurden die bestehenden Räumlichkeiten nochmal durch einen Wickelraum und einen Schlafraum erweitert.
2022
Die Ortspfarrei und der katholische Gemeindeverband Geilenkirchen überträgt die Trägerschaft auf die pro multis gGmbH.