pro multis begrüßt Rettungspaket der NRW-Regierung für KiTas

Mönchengladbach. pro multis ist nach der Stadt Mönchengladbach der zweitgrößte Träger von Tageseinrichtungen für Kinder im Stadtgebiet Mönchengladbach. Mit ihren 37 Kitas in Mönchengladbach und weiteren 7 im Kreis Heinsberg beklagt die Gesellschaft bereits seit Jahren die zum Teil dramatische Unterfinanzierung der KiTas in NRW. „Bisherige Nachbesserungen am Gesetz (KiBiz) haben uns nicht weitergebracht. Mit dem jetzigen Rettungspaket der neuen Regierung in NRW können wir erst einmal aufatmen und kurzfristig, aber zeitlich begrenzt, für spürbare Entlastung sorgen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der letzten Zeit an Ihre Grenzen gekommen und nicht wenige fühlten sich von der Politik bereits seit längerer Zeit im Stich gelassen“, erläutert Willi Steffens, Geschäftsführer der pro multis gGmbH.

Die Finanzsituation hat sich in den vergangenen Jahren zugespitzt, so dass es dennoch künftig beinah unmöglich gemacht werde, das bisherige Angebot aufrechtzuerhalten. „Ohne eine nachhaltige, gravierende Änderung der Finanzierung droht der Kollaps des Systems“, erklärt Steffens.

„Dass die Fördermittel nicht reichen, ist ja keine neue Erkenntnis“, sagt Willi Steffens. „Wir weisen seit Jahren immer wieder eindringlich darauf hin, dass die Kosten-Erlösschere immer weiter auseinanderdriftet und zwischen der Kostenerstattung durch das Land und den tatsächlichen Aufwendungen für Personal und Ausstattung unserer Einrichtungen eine eklatante Finanzlücke klafft. Hauptursache für die finanzielle Schieflage sei die zu niedrig bemessene Kindpauschale, mit der das Land die KiTas fördert. Die Kindpauschalen werden jährlich um 1,5 % angepasst, die Tariferhöhungen verursachten jedoch Kostensteigerungen von durchschnittlich 3 %. Auch die Indizes der letzten Jahre (Verbraucherpreisindex, Lebenshaltungskostenindex) liegen zum Teil deutlich über den KiBiz Steigerungsraten. Da wir die Instand- und Werterhaltung von 44 KiTas stemmen müssen, werden KiTa-Träger zusätzlich benachteiligt. Kosten, die bei größeren Maßnahmen wie Dachsanierungen, Erneuerung von Sanitärbereichen u.v.a.m. schnell auf sechsstellige Summen ansteigen, können zum Teil nicht mehr aufgebracht werden, da die Kindpauschalen zu niedrig bemessen sind und das Geld in den laufenden Betrieb fließt.“

Die u3 – Offensive, die den erforderlichen Ausbau der Betreuungsplätze für unter 3-jährige eingeleitet hat, verschärft die Situation und bringt das Fass zum Überlaufen. Nachdem auch die Träger einen Teil der Investitionskosten haben tragen müssen, übersteigen zudem die Personalaufwendungen für die u3 Betreuung die Erträge aus den u3 Kindpauschalen deutlich.

Steffens begrüßt deshalb die Pläne der NRW-Landesregierung für ein Rettungspaket für freie Träger von Kindertageseinrichtungen ausdrücklich. „Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung könnte in Kürze vollzogen werden, falls das Gesetz, und davon gehe ich aus, in diesem Jahr noch im Landtag beschlossen wird“. Ein wichtiger Schritt, dem eine Dynamisierung des Finanzierungssystems und ein Defizitausgleich folgen müssen.

Steffens hält zudem eine Diskussion über eine Reform der Personalvereinbarung vor dem Hintergrund der Schaffung multiprofessioneller Teams für dringend erforderlich. Eine Studie der technischen Universität Dortmund (Rauschenbach/Schilling/Meiner-Teuber aus 02/2017) belegt sehr eindrucksvoll, dass bei den zu erfüllenden Betreuungswünschen der Eltern (u3, flexible Öffnungszeiten usw.) und bei unverändertem status quo bis 2025 rund 36.000 Fachkräfte in der BRD fehlen werden. Bei einem durchaus realen Szenario, bei dem neben den zu erfüllenden Betreuungswünschen der Eltern, die Resultate einer weiteren Qualitätsoffensive (Verbesserung der Personalschlüssel) hinzukommen, haben wir mit einem Defizit von rund 235.000 bis 309.000 Fachkräften bundesweit zu rechnen.

Es wäre fachpolitisch ein fatales Signal, den unrealistischen Anspruch zu erheben, die jetzige Personalvereinbarung nicht zu überarbeiten und an der aktuellen Auffassung über den Einsatz von nahezu ausschließlich pädagogischen Fachkräften in den Kitas festzuhalten. Die anstehenden finanzpolitischen Auseinandersetzungen können dadurch einen ungünstigen Verlauf nehmen. Die fachpolitische Seite müsste vielmehr begründen und erklären, wie die sich durch eine strukturelle Qualitätsoffensive abzeichnende Personallücke gedeckt wird, ohne dabei die angemeldeten Elternbedarfe zu deckeln.

pro multis

Gemeinnützige Trägergesellschaft der katholischen Tageseinrichtungen für Kinder in den Regionen Mönchengladbach und Heinsberg

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